Tausende Bauern strömten am Freitag und am Samstag (12. und 13. Februar) ins Zentrum von Athen vor das Parlamentsgebäude.
Die Bauern haben in ihrem Kampf um wirtschaftliches Überleben über 20 Tage und Nächte an ungefähr 100 Stellen auf den Autobahnen Sperren (Blöcken) errichtet. Auf Anruf von 68 Blöcken wurde eine Kundgebung aller Bauern Griechenlands auf dem Syntagma - Platz in Athen beschlossen.
Die Kundgebung wurde als nächster großer Schritt zur Steigerung des Kampfes der klein- und mittelständischen Bauern beschlossen, die eine Woche zuvor in einer Zusammenkunft in Nikaia bei Larissa stattgefunden hatte. Dort wurde ebenfalls als Richtlinie festgelegt, die Sperren bestehen zu lassen und zu verstärken und ihre örtlichen Aktionen voranzutreiben. Außerdem wurde beschlossen, jeden Dialog abzulehnen, der das Ziel hat, den Kampf der Bauern zu manipulieren, ohne auch nur eine Maßnahme zurückzunehmen, die die klein- und mittelständischen Bauern enteignet.
Zehntausende Bauern erreichten Athen mit Bussen und Schiffen um zu demonstrieren. Mit Begeisterung empfingen die Versammelten 18 Traktoren, die in einem symbolischen Akt, einen Tag vorher von dem größten Block losgefahren waren, der auf der Autobahn in Höhe Nikaias (Larissa) errichtet worden ist.
Die 18 Traktoren, die nach 14 Stunden Fahrt angekommen waren, trugen Fahnen mit dem Bildnis von Marinos Antypas (1872-1907), dem sozialistischen Revolutionär, der von Großgrundbesitzern ermordet wurde.
Auf der Kundgebung kamen Vertreter vieler Bauernblöcke sowie von Arbeitergewerkschaften zu Wort.
Die zweitägige Bauernkundgebung hatte die Unterstützung und die Solidarität der Werktätigen und der übrigen Volksschichten errungen. Mit ihrer Teilnahme bekundeten die klassenbewussten Gewerkschaften, die sich in der all-Arbeiter Kampffront (PAME) vereinen, die Notwendigkeit, den gemeinsamen Kampf mit den klein- und mittelständischen Bauern zu verstärken und das Bündnis der Arbeiterklasse mit den armen Volksschichten des Dorfes und der Stadt zu festigen.
In Zusammenhang mit dem erfolgreichen Streik der Werktätigen Griechenlands am 4. Februar schafft der Erfolg der Bauernkundgebung bessere Voraussetzungen für eine Verstärkung des Arbeiter- und Volkskampfes mit der Hauptforderung der Zurücknahme des „Fallbeil“- Gesetzes zur Sozialversicherung und Rentenversorgung seitens der Regierung.
Nach Aussagen der Vorsitzenden der Bauernverbände der Bezirke Karditsa und Larissa werden die kämpfenden Bauern nach der Kundgebung in Athen zu den Blöcken zurückkehren, wo sie über weitere Formen zur Verstärkung ihres Kampfes entscheiden werden.
Erklärung des Generalsekretärs des ZK der KPG (KKE)
Auf der all-griechischen Bauernkundgebung am Freitagnachmittag, den 12.2. auf dem Syntagma – Platz war der Generalsekretär des ZK der KPG Dimitris Koutsoumbas anwesend und gab folgende Erklärung ab:
„Die Forderungen der Bauern sind gerechtfertigt. Der Kampf der griechischen Bauern ist gerecht. Wir sind auf ihrer Seite. Die Regierung muss endlich aufhören, die Bauernbewegung, die griechischen Bauern zu verleumden. Sie ringen und kämpfen, damit sie und ihre Familien angemessen leben können, damit sie auf ihren Feldern in ihren Dörfern bleiben können. Damit sie in Würde leben und produzieren, um das griechische Volk zu ernähren. Die Agrarwirtschaft, die bäuerliche Wirtschaft muss gefördert werden, hier und jetzt.
Die Regierung muss nach der heutigen großen Volksmobilisierung den Anti-Sozialversicherungs-Gesetzentwurf zurückziehen. Dieser Gesetzentwurf lässt sich weder verbessern noch verändern. Wenn sie ihn trotzdem ins Parlament bringt, muss dagegen gestimmt werden. Sie darf keine Steuergesetzentwürfe vorlegen, die erneut den griechischen Bauern, sowie allen werktätigen Volksmassen schaden. Im Gegenteil, sie muss „Fallbeil“- Steuergesetze sowie alle Anti-Sozialversicherungsgesetze außer Kraft setzen, (den Bauern) Brennstoff zur Verfügung stellen, so wie sie ihn gratis (Steuerlos) den Reedern gibt. Der griechische Bauer muss billigen Strom haben, um produzieren zu können, damit er das griechische Volk ernähren, die Herstellungskosten seiner Produkte decken kann, damit er seiner Familie ein Leben in Würde in den griechischen Dörfern, auf dem griechischen Land ermöglicht. Wir, die Arbeiter, die Arbeitslosen, alle übrigen Bauern aus ganz Griechenland, die heute nicht hier sind, die selbstständigen Gewerbetreibenden, die Jugend, die Frauen der Familien der Volksmassen sind mit ihnen vereint. Wir machen bis zum Sieg weiter. Dazu wünschen wir allen viel Kraft.“
Der Generalsekretär des ZK der KPG (KKE) Dimitris Koutsoumbas befand sich auch am Samstag den 13.2. auf der Solidaritätskundgebung. Diese Kundgebung gemeinsamen Kampfes mit den klein- und mittelständischen Bauern wurde von den Arbeitergewerkschaften, Verbänden und Kreis- Arbeiterzentralen, die sich in der PAME vereinen, organisiert. Dort gab er den Vertretern der Massenmedien die folgende Erklärung ab:
„Die Botschaft (dieser Kundgebung) ist: Arbeiter-Bauern, eine Stimme, eine Faust. Arbeiter, Bauern, selbstständige Gewerbetreibende der Städte, Rentner, Jugendliche, Frauen der Familien des einfachen Volkes haben die gemeinsamen Klasseninteressen, gegen die, die sie ausbeuten, gegen „Fallbein“ - Gesetze, die sich gegen das Volk richten, wie das Sozialversicherungs- und Steuergesetz, gegen Regierungen, die für solche Gesetze stimmen, gegen Wolfsbündnisse, die das Volk aussaugen. Das Bündnis der Volksmassen und ihr Gegenangriff ist dringend erforderlich.“
