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Auf dem Weg zum 22. Parteitag der KKE

Datum:
28. Jan. 2026
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Die KKE wird vom 29. bis 31. Januar 2026 ihren 22. Parteitag abhalten. Auf ihren fremdsprachigen Websites kann man die Thesen des Zentralkomitees zum 22. Parteitag lesen, die am 5.10. auf Englisch, Arabisch, Spanisch und Russisch veröffentlicht wurden. In den Parteiorganisationen der KKE findet eine interne Diskussion statt, während in der Parteipresse täglich Beiträge von Mitgliedern und Freunden der Partei veröffentlicht werden. Insgesamt 271 Mitglieder und Freunde der KKE haben sich mit Beiträgen an der öffentlichen Diskussion vor dem Parteitag beteiligt.

Unsere Genossen in anderen Ländern stellen oft Fragen und verlangen kurze und fundierte Antworten zur KKE heute und zu ihrem Kurs. Der Zweck dieses kurzen Beitrags ist es, solche Fragen mit Zahlen zu beantworten.

Zunächst wurde die KKE am 17.11.1918 unter dem Einfluss der Großen Oktoberrevolution als Sozialistische Arbeiterpartei gegründet. Am 26.11.1924 wurde sie in Kommunistische Partei Griechenlands umbenannt.

Von 1925 bis 1926 durchlief sie ihre erste illegale Phase, von 1929 bis 1936 wirkte die Partei unter halb-legalen Bedingungen, von 1936 bis 1944 und von 1947 bis 1974 in der Illegalität. Seit 1974 handelt sie unter Bedingungen bürgerlicher Legalität.

Die KKE gibt heute die Tageszeitung „RIZOSPASTIS” (erscheint 5 Tage die Woche) und die theoretische Zeitschrift „KOMMUNISTISCHE RUNDSCHAU (KOMEP) ” (alle zwei Monate) heraus und betreibt das Portal https://www.902.gr/mit laufender Berichterstattung.

Die KKE hat ihre eigene politische Jugendorganisation, die KNE, deren Programm das Programm der KKE ist.

Verbesserung der organisatorischen Stärke seit dem letzten Parteitag

Wie in den Thesen der KKE für den 22. Parteitag unter dem Punkt „Parteiaufbau” festgestellt wird:

„Die Mitgliedstärke der Partei hat landesweit zwischen dem 21. und 22. Parteitag einen erneuten kleinen, aber deutlich erkennbaren Anstieg verzeichnet. Der Anteil der Parteimitglieder aus der Arbeiterklasse hat sich erheblich verbessert, und das beim 21. Parteitag gesetzte Ziel wurde erreicht: Die Lohnabhängigen sollen die absolute Mehrheit in der sozialen Zusammensetzung der Partei stellen. Derzeit machen Arbeiter und Angestellte 50,80 % der Parteimitglieder landesweit aus, verglichen mit 46,64 % zum 21. Parteitag.

Dieses positive Ergebnis darf nicht zur Selbstzufriedenheit führen. Von besonderer Bedeutung ist es nun, die Zusammensetzung innerhalb dieser 50,8 % der Arbeiterklasse weiter zu verbessern, wobei besonderes Augenmerk auf das Industrieproletariat und innovative Betriebe im Bereich der neuen Technologien gelegt werden muss. (...).

Es ist positiv, dass sich die Alterszusammensetzung der Partei weiter verbessert hat. Mehr als die Hälfte der Parteimitglieder ist im produktiven Alter bis 50 Jahre, während etwa zwei Drittel der Parteimitglieder nach 1991 aufgenommen wurden.

Auch der Anteil der in der Partei organisierten Frauen ist gestiegen. (…).

Diese „Momentaufnahme“ der Parteikräfte beinhaltet vielversprechende Elemente, stellt aber auch neue große Anforderungen an die Stärkung und Festigung der revolutionären und kommunistischen Merkmale in unseren Reihen, und mutigere Ziele beim Aufbau der Partei.”

Deutliche Stärkung des gewerkschaftlichen Wirkens der KKE unter Werktätigen und Studenten

Die Kommunisten und Kommunistinnen in Griechenland sind gemäß der Satzung der KKE dazu verpflichtet, in den Gewerkschaften und Massenorganisationen zu arbeiten.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sind in Griechenland die Gewerkschaften, die Studierendenverbänden in den Hoch- und Fachhochschulen, sowie andere Massenorganisationen nicht nach politischen Richtungen getrennt. Das bedeutet, dass Mitglieder derselben Betriebsgewerkschaft oder Studierendenverbands sowohl Mitglieder, Freunde oder Wähler der KKE und der KNE als auch Mitglieder, Freunde oder Wähler anderer politischer Parteien sein können. Die Vorstände der Gewerkschaften werden meistens aus getrennten Listen gewählt. Diese Listen werden von den politischen Kräften und ideologischen Strömungen gebildet, die innerhalb der Gewerkschaften vertreten sind, ohne dass sie mit den jeweiligen politischen Trägern identisch sind. So bilden auch die Mitglieder der KKE und der KNE solche Listen mit breiteren Kräften, die nicht in allem mit den Kommunisten übereinstimmen, aber ein gewisses Maß an Übereinstimmung in Bezug auf den Inhalt und die Ausrichtung des Kampfes gegen die Regierungen und die Unternehmerschaft, in antikapitalistischer und antimonopolistischer Richtung, haben.

Die von der KKE unterstützte Wahlliste wurde zweitstärkste Kraft mit 23% im Allgemeinen Gewerkschaftsbund des privaten Sektors GSEE (auf seinem letzten Kongress im Jahr 2023) und stärkste Kraft mit 25,5% im entsprechenden Gewerkschaftsbund des öffentlichen Sektors ADEDY (auf seinem letzten Kongress im Jahr 2025).

Die von der KKE unterstützten klassenkämpferischen Kräfte haben die Mehrheit in 14 Branchenverbänden (Bauwesen, Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Arzneimittel, Angestellte im Privatsektor – Einzelhandel und Dienstleistungen, Lehrer, Krankenhausärzte u.a.) und sind die stärkste Kraft in 21 regionalen Gewerkschaftsverbänden (u.a. in Athen, Piräus, Patras, Larissa) sowie in Hunderten von Branchen- und Betriebsgewerkschaften (Telekommunikation – Informatik, Tourismus – Gastronomie, Handel, Metallindustrie u.a.).

Die KNE hat es mit ihrer entsprechenden Ausrichtung auf die Jugendbewegung geschafft, sich vier Jahre in Folge als führende Kraft der Studierendenbewegung zu etablieren und damit ein negatives Verhältnis umzukehren, das jahrzehntelang festgefahren schien. Bei den Studierendenwahlen am 14. Mai 2025 belegte die KNE mit 33,64% den ersten Platz und errang die Mehrheit in 136 Studierendenvereinigungen im ganzen Land.

Der Einfluss der KKE bei den Wahlen

Die KKE nimmt an den bürgerlichen Wahlen teil (Parlaments-, Europa-, Kommunal- und Regionalwahlen).

Bei den letzten Parlamentswahlenim Jahr 2023 erhielt sie 401.224 Stimmen oder 7,69 % und wählte 21 Abgeordnete (von 300) in das nationale Parlament. Im Vergleich zu den vorherigen Parlamentswahlen im Jahr 2019 verzeichnete sie einen Anstieg von +2,5 %, über 100.000 Stimmen und +6 Abgeordnete.

Bei den letzten Europawahlen 2024 erhielt sie 367.803 Stimmen oder 9,25% und wählte 2 Europaabgeordnete (von insgesamt 24 für Griechenland), was einem Anstieg von fast 4 % gegenüber den Europawahlen 2019 entspricht, bei denen sie 5,35 % erhielt.

Bei den Kommunalwahlen tritt die KKE mit der Wahlliste „LaikiSyspirosi“ an, die in den 13 Regionen des Landes im Jahr 2023 einen Stimmenanteil von 10 % (gegenüber 6,86 % 2019) erreichte, 6 Bürgermeister (gegenüber 1 im Jahr 2019) wählte, darunter auch in der drittgrößten Stadt Griechenlands, Patras, sowie landesweit 47 Regionalräte (gegenüber 38 im Jahr 2019) und 764 Gemeinderäte (gegenüber 563 im Jahr 2019).

Breite politische Öffnung der Kommunisten im Hinblick auf den Parteitag

Anzumerken ist, dass seit Oktober 2025, als die Vorbereitungen der Partei für den 22. Parteitag begannen, die Organisationen der KKE über 90.000 Exemplare der Thesen des Zentralkomitees verteilten und Dutzende von Treffen und Veranstaltungen mit Tausenden von Werktätigen, Bauern, Selbstständig Erwerbstätigen, jungen Menschen in Schulen und Hochschulen, in Arbeitervierteln und anderswo durchführten, wo sie eine breite und öffentliche Diskussion mit dem Volk über die Thesen des ZK und die Notwendigkeit eines kämpferischen Schulterschlusses mit der KKE führten.

Darüber hinaus war die Spendenaktion zu Ehren des 22. Parteitages der KKE ein voller Erfolg. Alle Bezirksorganisationen der KKE übertrafen ihr Ziel bei der Spendensammlung für die Partei aus den Arbeiter - und Volksschichten, und die Gesamtdeckung des Plans erreichte 151%. Dies trotz der antikommunistischen Hysterie bekannter faschistischer Kreise, die die strafrechtliche Verfolgung der KKE forderten und dabei tausendmal wiederholte Verleumdungen über die Finanzen der Partei wiederkäuten. Anzumerken ist, dass die Staatsanwaltschaft im vergangenen November auf der Grundlage dieser Verleumdungen, gemäß dem Gesetz über die Parteifinanzierung, dem Parlament einen Antrag auf Aufhebung der Immunität des Generalsekretärs des ZK der KKE übermittelte. Der Grund dafür ist, dass die KKE sich weigert, die Namen der Tausenden von Werktätigen, die sie aus ihren mageren Einkünften unterstützen, zu veröffentlichen. Das hat zur Folge, dass ihr seit Jahren Verwaltungsstrafen auferlegt werden. Der Versuch einer politischen Verfolgung der KKE, der sich im vergangenen November manifestierte, verpuffte! Zehntausende Menschen haben auch dieses Mal die KKE finanziell unterstützt, die eine Hauptrolle im organisierten Kampf des Volkes gegen volksfeindliche Politik, imperialistische Kriege und Organisationen, wie NATO und EU spielt, die den Weg zum Sturz der kapitalistischen Barbarei und zur Notwendigkeit und Aktualität des Sozialismus aufzeigt.