Das politische Leben in Griechenland beginnt allmählich sich im Wahlkampfmodus zu bewegen, trotz der Zusicherungen der Regierung, dass die Parlamentswahlen erst nach Ablauf ihrer Amtszeit im Frühjahr 2027 stattfinden werden. In den letzten Tagen haben zwei neue Parteien ihren Auftritt gemacht:
Die eine, mit dem Namen „Hoffnung für die Demokratie“, wurde von M. Karystianou gegründet. Sie wurde landesweit als Mutter eines Opfers des verbrecherischen Zugunglücks von Tempi. Diese stark personenbezogene Partei spricht unverbindlich und klassenindifferent von „Gerechtigkeit“, „Transparenz“, „Demokratie“ und „Unabhängigkeit“ und preist die bürgerliche Legalität und die Institutionen der EU, während sie von Anfang an mit religiösen Kreisen in Verbindung stand und bisweilen sogar reaktionäre Positionen vertrat.
Auch die zweite, ebenfalls personenbezogenen Partei, wurde von A. Tsipras gegründet, dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei „SYRIZA“, die zusammen mit der rechtsextremen Partei ANEL das Land im Zeitraum 2015–2019 im Auftrag des Großkapitals regierte. Die Gründung der neuen sozialdemokratischen Partei unter dem Namen „Griechische Linke Allianz“, die das politische Konzept der „regierungsfähigen Linken“ wiederbelebt, hat sowohl bei SYRIZA als auch bei der Partei „Neue Linke“, die von der Auflösung bedroht sind, hat für große Unruhe gesorgt und gibt auch der klassischen sozialdemokratischen Kraft in Griechenland, der PASOK, Anlass zur Sorge.
Vor diesem politischen Hintergrund sprach D. Koutsoumbas, Generalsekretär des Zentralkomitees der KKE, kürzlich bei einer Kundgebung in Menidi (einem Arbeiterviertel von Athen) und stellte unter anderem fest: „Die Regierung der Partei Nea Dimokratia (ND) und die oppositionellen Systemparteien täglich darüber streiten, wer am besten in der Lage ist, Wachstum zu garantieren. Die ND und der Ministerpräsident Mitsotakis fordern ‚politische Stabilität‘. Das heißt, weiterhin an ihren Ämtern festzuhalten, als Voraussetzung dafür, während wir von der PASOK, Tsipras und anderen hören, dass sie „politischen Wandel“ fordern, was jedoch keineswegs einen Politikwechsel bedeutet.“
Mit besonderem Augenmerk auf die Rolle der Opposition merkte D. Koutsoumbas an, dass es „die bequeme Opposition gibt, die gemeinsam mit der ND-Regierung Gesetze und EU-Richtlinien verabschiedet, die alle auf die EU, die NATO, die USA und ihre israelischen Verbündeten anstoßen. Sie geben von sich keinen Mucks über die gefährliche militärische Verstrickung des Landes und dienen vor allem den Interessen derselben Klasse dienen: der Klasse der Kapitalisten, der Ausbeuter der Arbeit unseres Volkes“. Ferner fügte er in Bezug auf die personenbezogenen Parteien hinzu: „Mit einem Anführer in der Rolle des ‚Messias‘, der ‚über alle Lösungen verfügt‘, reicht es, wenn das Volk einmal alle vier Jahre vom Sofa aufsteht, ihm seine Stimme gibt und sich dann wieder hinsetzt und zusieht, wie es zugrunde gerichtet wird. Wir haben schon viele solcher ‚Messias‘ erlebt und werden in den kommenden Tagen noch weitere sehen.“




