In letzter Zeit wird in Griechenland auf vielfältige Weise versucht, das rechtsextreme, nationalistische politische Lager wieder aufzubauen, wobei auch die Entlassung eines bekannten Nazi-Verbrechers und ehemaligen Führungsmitglieds der faschistischen „Chrysi Avgi“ aus der Haft genutzt wird. Am 28. Oktober, dem griechischen Nationalfeiertag, der an den Widerstand des Volkes gegen die Invasion des faschistischen Italiens in Griechenland im Jahr 1940 erinnert, hatte dieser Nazi eine Veranstaltung in einem Konferenzsaal eines Hotels im Zentrum von Thessaloniki geplant.
Gewerkschaften und Massenorganisationen aus Thessaloniki wollten ihre ablehnende Haltung gegenüber dieser Entwicklung zum Ausdruck bringen und planten eine antifaschistische Kundgebung, die jedoch von der Polizei verboten wurde. Angesichts der Entschlossenheit der Demonstranten, einen Protestmarsch zum Hotel zu organisieren, in dem die faschistische Versammlung stattfinden sollte, gingen die Polizeikräfte zu einem unprovozierten Angriff gegen sie über, unter Einsatz von Tränengas, Blend- und Knallgranaten sowie Schlagstöcken, und nahmen zudem zwei Demonstranten gewaltsam fest.
Trotz dieser Orgie der Repression und der Terrorisierung setzte sich die Demonstration fort. Die Demonstranten riefen antifaschistische Losungen und stellten klar, dass der Terror sich nicht durchsetzen werde und dass die Nazis, die „Fleisch vom Fleisch“ des kapitalistischen Systems und keine angeblichen „Systemgegner“ sind, wie sie sich gerne darstellen, in Thessaloniki unerwünscht sind. Die Demonstranten machten deutlich, dass sie es nicht dulden werden, dass den Nazi-Mördern, die den langen Arm des Systems und die Handlanger der Kapitalisten gegen die Arbeiterbewegung darstellen, Raum und Gehör gewährt wird. Vertreter der Gewerkschaften und Organisationen verurteilten sowohl die faschistische Kundgebung als auch die Eskalation der Polizeigewalt auf Anweisung der Regierung und forderten die Freilassung ihrer festgenommenen Mitstreiter.



