Im November 2022 wurde das Abkommen über die Übergabe der Elefsina-Werften an die US-amerikanische ONEX unterzeichnet. Dem war 2018 eine ähnliche Pilotvereinbarung für die Werften von Syros vorausgegangen, die ebenfalls durch das Verschulden des Staates und der Unternehmer ihren Wert verloren hatten. An jenem Tag gab es zahlreiche Erklärungen von Regierungsvertretern und Vertretern des US-Multis zu diesem „historischen Abkommen“.
Abgesehen von der Aushöhlung der Arbeiterrechte in den beiden Werften war von Anfang an erkennbar, dass die Werften in die militärischen – kriegerischen – Pläne der USA, der NATO und der EU eingebunden werden sollten, um einen beträchtlichen Anteil am Kuchen der Kriegswirtschaft zu erhalten. Das war übrigens auch der Grund, warum anschließend die US-amerikanische Entwicklungsbank DFC Interesse an einer Investition bekundete.
Diese Pläne „reiften“ und nahmen mit dem Gesetzentwurf zur Umwandlung von Elefsina in einen Handels- und Militärknotenpunkt der USA, der dem Hafen von Piräus Konkurrenz machen soll, dessen Betrieb von der chinesischen COSCO kontrolliert wird, Gestalt an. Die Einbindung der Werften in diese Pläne ist maßgeblich. Die Eigentümerin ONEX hat das Recht erworben, Hafen- und Infrastruktur für den Handel auszubauen, und drängt sich damit im Interesse der US-Amerikaner in die chinesischen Interessen.
Nun wird ONEX – erneut mit dem „Segen“ der Regierung und dem schuldigen Schweigen aller Systemparteien – zum Anbieter von ... Reparatur- und Wartungsdienstleistungen für die 6. Flotte und bindet die Werften damit noch stärker in die Kriegspläne der USA und der NATO ein. Mit dem am 29. Juni unterzeichneten Abkommen verpflichten sich die beiden Werften unter anderem, die US-Flottenverbände, die im Mittelmeer und in Afrika für die imperialistische „Sicherheit“ operieren, voll einsatzfähig zu halten.
Es sei angemerkt, dass es sich um die Flotte handelt, die mit der Förderung der „Energiesouveränität“ der USA in der gesamten Region betraut ist, also mit der Sicherung der US-Investitionen in die Gewinnung und den Transport von Energie im gesamten Mittelmeerraum, auf die auch die griechische Bourgeoisie für ihren Aufstieg setzt.
So verflechten sich wirtschaftliche und energiepolitische Interessen mit militärischen Vorhaben, wobei die Rechnung stets bei den Werktätigen und dem Volk landet, die sie in Zeiten imperialistischen Friedens mit der Aushöhlung ihrer Rechte und auch mit ihrem eigenen Blut bezahlen, wenn die Konflikte den Siedepunkt des Krieges erreichen.
Die faktische Umwandlung der Werften in militärische Infrastruktureinrichtungen ist ein weiteres Glied, das das Land und das Volk an die imperialistischen Pläne und Kriege bindet. Diese Entwicklung allein macht die Werftinfrastruktur noch stärker zu einem Ziel militärischer Vergeltungsmaßnahmen seitens der rivalisierenden imperialistischen Lager innerhalb der NATO. Unser Land wird nicht nur zum Stützpunkt der US-NATO-Truppen, sondern nun auch zu einer Reparaturbasis für ihre Kriegsschiffe, was die Gefahren für das Volk vergrößert.
Aufschlussreich ist das Schweigen aller Parteien des Euro-Atlantismus zu diesem gefährlichen Abkommen. Über jede Kleinigkeit führen sie einen vorgetäuschten Streit, doch angesichts der großen Themen, die die Bourgeoisie und ihre Verbündeten betreffen, sind sie sich einig und arbeiten zusammen.
Im Übrigen hat sich im Fall der Werften von Elefsina die Komplizenschaft aller bei der schrittweisen Aushöhlung erwiesen, bevor der US-Multikonzern als Retter „aufgetreten“ ist, während das Abkommen zur „Rettung“ der Werften von Syros die Unterschrift der damaligen Tsipras-Regierung trägt, die den Weg ebnete und ein Muster für die Zukunft schuf. Mit anderen Worten sind Tsipras und die US-amerikanische ONEX alte Bekannte …
Das Volk kann nun besser erkennen, dass ihre Entwicklungspläne Hand in Hand gehen mit einer aktiveren Verwicklung des Landes in Projekte und Rivalitäten, die nach Schießpulver riechen. Und das geschieht, weil ihr Entwicklungskonzept die Profite des Kapitals zum Maßstab nimmt.
Darin liegt auch der wahre Grund für ihre Kriege. Unter diesen düsteren Umständen gewinnt der Aufruf zur Gegenoffensive „keine Opfer für ihre Profite und Kriege“ noch mehr an Bedeutung.
Die Entwicklung bei den Werften offenbart einerseits das enorme Produktionspotenzial und andererseits den zerstörerischen Charakter des kapitalistischen Eigentums und ihrer Funktionsweise, die sich nämlich an den Interessen, dem Konkurrenzkampf und den Profiten einer Handvoll Konzerne orientiert. Davon muss sich das Volk befreien, indem es für Werften in gesellschaftlichem Besitz kämpft, die den heutigen Bedürfnissen des Volkes dienen!
- Der Beitrag wurde in der Zeitung Rizospastis, in der Rubrik „Unsere Meinung“, am 3. Juni 2026 veröffentlicht
