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Globaler "antiimperialistischer Waschsalon" des US-Imperialismus

Kommentar der Abteilung für Internationale Beziehungen des ZK der KKE, Rizospastis, 21./22. März2026
Datum:
27. März 2026
optiko3

Die „Leuchtköpfe“ der sogenannten „World Anti-imperialist Platform“, an der leider auch einige kommunistische Parteien beteiligt sind, haben erneut zugeschlagen, und zwar

  • während die USA und Israel die „Neugestaltung“ des Nahen Ostens vorantreiben, wobei sie auch gewaltsame (kriegerische) Mittel einsetzen und damit Tausende Zivilisten im Iran, im Libanon und in anderen Ländern der Region in den Tod schicken
  • in einer Zeit, in der diese Entwicklung immer mehr Länder in den Strudel des imperialistischen Krieges hineinzieht, der um die Aufteilung der Bodenschätze, der Transportwege für Waren und Energie, der Marktanteile usw. geführt wird, und
  • während der Konflikt darum tobt, welche kapitalistische Macht (die USA oder China) die Zügel im globalen imperialistischen System halten wird.

Bislang wussten wir, dass diese „Theoretiker“ in ihren Analysen versuchten, die Hauptkräfte der sich herausbildenden eurasischen imperialistischen Achse (China, Russland) „reinzuwaschen“, doch in der „Deutung“ der internationalen Entwicklungen durch die WAP findet sogar Trump einen Platz! Der Nährboden für solche Ansichten entsteht durch die völlige Loslösung von den Kämpfen der Arbeiterklasse, durch opportunistische Theorien über das imperialistische System, durch die Verleugnung der Aufgabe der Arbeiterklasse und der Völker, eine eigenständige Strategie gegen die Bourgeoisien und die imperialistischen Allianzen zu entwickeln.

Wenn man ihrer groben und unwissenschaftlichen Analyse folgt, wonach die bürgerlichen Kräfte weltweit in Befürworter der „Globalisierung“ (siehe Kamala Harris) und „Chauvinisten“ (siehe Donald Trump u.a.) unterteilt sind, sollten wir Kommunisten uns für die Letzteren entscheiden und sogar eine taktische Zusammenarbeit mit ihnen aufbauen.

So schreibt der unter dem Pseudonym Stephen Cho auftretende „Organisator“ der World Anti-Imperialist Platform in einem kürzlich erschienenen Artikel – ein wahres Monument schamlosen Opportunismus – unter anderem: „Die Tatsache, dass sich die Republikanische Partei auf die Gründungsideale der Vereinigten Staaten beruft, zu denen ein Geist der Unabhängigkeit gehört, kann nicht ignoriert werden“ oder beziehungsweise, dass „unterdessen die Chauvinisten den Krieg nicht grundsätzlich ablehnen, sondern Kriege, die sie nicht wollen, vermeiden und ihnen fernbleiben“.

Der Höhepunkt kommt natürlich in seinem Aufruf: „Die antiimperialistischen Kräfte, einschließlich der kommunistischen Kräfte, können keine taktische Einheitsfront mit den chauvinistischen und konservativen Kräften bilden, aber sie können taktisch mit ihnen zusammenarbeiten.“ Weiter im Text ergänzt er: „ Die taktische Zusammenarbeit im Sinne einer taktisch koordinierten Aktion bezieht sich auf eine Situation, in der die antiimperialistischen Kräfte und die konservativen Chauvinisten mit dem Ziel, ihren gemeinsamen Feind – die Globalisten – zu isolieren und stärker zu treffen – die Spitze ihrer Angriffe gegen die Globalisten richten, während sie gegenseitige Angriffe zwischen den beiden Kräften einschränken“ (1) ... wobei mit chauvinistischen und konservativen Kräften natürlich die Regierung von Donald Trump und seine Verbündeten gemeint sind... !

Wir hatten schon so eine Ahnung, auch anhand der Haltung der sogenannten Amerikanischen KP (Anhänger des MAGA-Kommunismus), die an der WAP teilnimmt und Trump bei den letzten Präsidentschaftswahlen unterstützt hat. Doch die Tatsache, dass einige auf demselben Narrativ beharrten, das Trump sogar als „Friedensstifter“ darstellte, und die Kommunisten zu einer „taktischen Zusammenarbeit“ mit ihm oder auch mit Le Pen, Orbán und den anderen „Größen“ der extremen Rechten in Europa und der Welt hinziehen will, zeigt einmal mehr ihre zwielichtige Rolle.

Der Artikel, der auch von einer entsprechenden „Ein-Mann-Gruppe“ in Griechenland wiedergegeben wird, versucht sogar, diese Argumentation zu belegen, indem er behauptet, es handele sich um etwas Ähnliches wie den „Nichtangriffspakt“, auch bekannt als „Ribbentrop -Molotow“-Pakt, den die UdSSR 1939 unterzeichnete, um wertvolle Zeit für ihre Verteidigung zu gewinnen, indem sie die innerimperialistischen Gegensätze ausnutzte.

Wir haben es hier mit einem richtigen Wirrwarr zu tun. Es bedarf nicht vieler Worte, um zu beweisen, dass der Mangel an Prinzipien, die Skrupellosigkeit und die Vulgärisierung der revolutionären Theorie durch die Opportunisten über viele Kanäle in die Arme der Bourgeoisien führt, dass der Verfall dieses Konstrukts, das mittlerweile sogar zur taktischen Zusammenarbeit mit Regierungen wie der von Trump aufruft, bodenlos ist. ... Vergeblich ist ihr Versuch, die Lehren der Oktoberrevolution und der Bolschewiki, den Kampf der UdSSR zur Verteidigung des ersten Arbeiterstaates der Welt, brutal zu verzerren. Das leninistische Vermächtnis ist klar: Die Ausnutzung jedes Risses, jeder Spaltung und jeder Schwierigkeit im Lager der Bourgeoisie, die notwendigen taktischen Manöver sind der Hauptaufgabe untergeordnet: dem Sturz der bürgerlichen Herrschaft, dem Aufbau und der Verteidigung des Sozialismus.

Hier zeigt sich, dass es eine Strömung des Opportunismus gibt, die sich verschiedene „antiimperialistische Achsen“ einbildet, die angeblich aus bürgerlichen Staaten und Regierungen bestehen, ohne zu wissen, dass deren herrschende Klassen ihre eigenen Ziele verfolgen und auf dieser Grundlage am internationalen imperialistischen Konkurrenzkampf teilnehmen. Diese Kräfte verzerren und verfälschen die historische Wahrheit, um die Völker einzumauern und von ihrem eigenständigen Kampf abzuhalten, sich für ihre eigenen Interessen gegen jede Bourgeoisie und deren imperialistische Allianzen, für den Sturz des ausbeuterischen Systems einzusetzen. Wir haben es hier mit gefährlichen Auffassungen zu tun, gegen die eine ideologisch-politische Front gebildet werden muss.

Quelle:

  1. Stephen Cho «Trump's Dominoes»